Anfang Mai sieht es im italienischen Val Masino immer ziemlich gleich aus. Crashpads, so weit das Auge reicht, Kletter*innen, die mit einer Tasse Kaffee in der Hand herumsitzen, und ein endloser Strom von Menschen, die sich auf den Wegen zwischen den Felsblöcken bewegen. Vom 6. bis 9. Mai versammelten sich hier erneut über tausend Kletterinnen und Kletterer aus aller Welt zum Melloblocco 2026 – vier Tage, an denen das Val Masino das Bouldern lebt und atmet.
Und dieses Jahr war auch OCÚN ein Teil davon.
Mello-Stimmung vom ersten Tag an
Melloblocco hat eine Atmosphäre, die einen schon vom ersten Tag an in ihren Bann zieht. Schon am frühen Morgen erwacht das ganze Tal zum Leben – die Wege zwischen den Felsblöcken füllen sich mit Kletter*innen, unter den Blöcken stapeln sich die Crashpads, und aus dem Wald sind Jubelrufe und das typische „Dai!“ zu hören.
Manche Kletter*innen verbringen Stunden damit, eine einzige Sequenz an einem Projekt zu perfektionieren, andere huschen von Felsblock zu Felsblock und jagen bei der großen Melloblocco-Challenge, die sich über das ganze Tal erstreckt, so viele Tops wie möglich. Und dann gibt es diese Momente, in denen eine Gruppe von Leuten, die sich vor fünf Minuten noch nicht kannten, sich plötzlich über die ein oder andere Beta austauscht, sich gegenseitig spottet und gemeinsam darauf hinfiebert, dass der nächste Durchstieg fällt.
Aber beim Mello geht es nicht nur ums Klettern.

Selbst nach Sonnenuntergang wird weitergeklettert
Jeden Abend verwandelte sich das gesamte Festivalgelände in San Martino in einen Ort, an dem das Klettern noch lange nach Sonnenuntergang das Thema Nummer eins war. Das diesjährige Programm war wirklich vollgepackt – Vorträge, Filmvorführungen, Workshops, Slackline-Sessions und Konzerte.
An den vier Tagen standen Kletterinnen und Kletterer wie Jacopo Larcher, Barbara Zangerl, Melissa Le Nevé, Domen Škofic und Nicolas Favresse auf der Bühne. Sie sprachen über legendäre Boulder im Valle, Big Walls, das Leben rund ums Klettern und Themen wie die Säuberung von Felsen und den Respekt vor der lokalen Umwelt.
An einem Abend wurde Lele Ticozzis Film Cleaning the Boulders gezeigt, an einem anderen gab es einen Vortrag mit Laura Pineau und eine Vorführung von The Queen Swing. Eine der beliebtesten Veranstaltungen war definitiv Once Upon a Time in Mello, bei der Jacopo Larcher, Barbara Zangerl und Silvio Reffo Geschichten über legendäre lokale Boulder und alte Projekte im Valle erzählten.
Und genau das macht die besondere Atmosphäre des Melloblocco aus. Morgens arbeitet man an der Beta für ein Projekt, und abends lauscht man den Geschichten von Menschen, die Jahre damit verbracht haben, die besten Routen der Welt zu meistern.
OCÚN Crack it: Wie stark ist dein Handjam?
Am OCÚN-Stand herrschte an allen vier Tagen reger Betrieb. Einige kamen vorbei, um sich die Ausrüstung anzusehen, andere nutzten die Zeit zwischen den Sessions, um einfach ein bisschen abzuhängen. Aber der größte Publikumsmagnet war definitiv unsere „Jamming“-Challenge, die am @pitch.six Force Board stattfand.
Die Challenge war einfach: Stecke deine Hand in den Riss, mache einen Handklemmer und finde heraus, wie viel Kraft du wirklich hast.
Es hat ziemlich viel Spaß gemacht, zu beobachten, wie sich sofort Gruppen von Leuten um das Force Board versammelten. Sie feuerten sich gegenseitig an, verglichen ihre Ergebnisse, versuchten, den Handjam zu perfektionieren, und diskutierten endlos darüber, ob es besser ist, den Daumen rein oder raus zu halten. Manche probierten es nur zum Spaß aus, während andere es wie ein World Cup-Finale angingen. :)
Wenn der Festivallärm für eine Weile nachlässt
Wir haben uns auch riesig gefreut, unsere Botschafter Valentina Chemiakina und Anze Peharc zu treffen. Neben der Zeit, die wir am Stand verbracht haben, sind wir auch gemeinsam zu den lokalen Boulderfelsen und Sportklettergebieten im Tal aufgebrochen und haben dort direkt am Fels ein paar Fotosessions gemacht.
Und ehrlich gesagt – es ist schwer, sich eine bessere Kulisse vorzustellen als die im Wald versteckten Granitblöcke oder die langen Routen hoch über dem Val di Mello.

Das Melloblocco hat immer noch etwas, das viele Kletterveranstaltungen im Laufe der Zeit verloren zu haben scheinen. Es fühlt sich immer noch ursprünglich, auf das Klettern ausgerichtet und echt an. Es braucht keine riesige Inszenierung oder auffällige Showelemente, denn das Wesentliche spielt sich direkt am Fels und zwischen den Menschen drumherum ab.
Ein großes Dankeschön an alle, die an unserem Stand vorbeigeschaut haben, die sich an der „Crack it“-Challenge versucht haben oder einfach nur auf einen Plausch vorbeigekommen sind. Vier Tage am Granit, jede Menge Begehungen, geteilte Beta und genau die Art von Momenten, die das Melloblocco so besonders machen. Genau deshalb haben Veranstaltungen wie das Melloblocco immer noch ihren Zauber.