Plant ihr euer erstes Klettersteig-Abenteuer oder sucht ihr nach leichterer und bequemerer Ausrüstung für längere Routen? Hier erfahrt ihr, was zu einer kompletten Klettersteig-Ausrüstung gehört, wie ihr das richtige Klettersteig-Set auswählt und welche OCÚN-Produkte sich am besten bewähren, wenn ihr erst einmal am Klettersteig seid.

Klettersteige sind eine der einfachsten Möglichkeiten, in die Berge zu kommen und ausgesetzte Geländeabschnitte zu erleben, ohne über Klettererfahrung zu verfügen. Mit nur wenigen unverzichtbaren Ausrüstungsgegenständen eröffnet sich eine ganz neue Welt – luftige Traversen, atemberaubende Ausblicke und Routen, die sonst unerreichbar blieben.
Genau deshalb solltet ihr eure Ausrüstung genauer unter die Lupe nehmen. Wie reibungslos lässt sich euer Klettersteigset ein- und ausklinken? Schneidet euer Klettergurt nach ein paar Stunden in die Haut ein? Und sitzt euer Helm am Ende eines langen Tages immer noch bequem?
Deshalb ist die Auswahl der Ausrüstung wichtiger, als es auf den ersten Blick erscheinen mag. Es geht nicht nur darum, die erforderliche Sicherheitsausrüstung abzuhaken. Was wirklich zählt, ist, wie sich diese Ausrüstung in der Praxis bewährt.
Bei Ocún konzentrieren wir uns vor allem auf drei Dinge: Benutzerfreundlichkeit, Funktionalität und langfristigen Komfort auf längeren Routen.
Worauf solltest du also achten, wenn du Ausrüstung suchst, die euch von eurem allerersten Klettersteig bis hin zu anspruchsvolleren alpinen Abenteuern begleitet?
Welche Ausrüstung braucht man eigentlich für einen Klettersteig?
Die gute Nachricht ist: Man braucht nicht viel. Das Wesentliche sind ein Klettersteigset mit Fallstoßdämpfer, ein Klettergurt und ein Kletterhelm. Diese drei Ausrüstungsgegenstände begleiten euch den ganzen Tag über, sodass sich ihre Unterschiede viel schneller bemerkbar machen, als ihr vielleicht erwartet.

Das Klettersteigset (Fallstoßdämpfer)
Ihr werdet euer Klettersteigset fast ununterbrochen benutzen. Schon in den ersten Minuten werdet ihr merken, wie leicht sich die Karabiner öffnen lassen, wie geschmeidig sie sich am Seil bewegen und ob sich das Ein- und Aushängen in technisch anspruchsvollerem oder ausgesetzterem Gelände intuitiv oder umständlich anfühlt.
Auf längeren Routen spielen auch das Gesamtgewicht und die Ergonomie eine wichtige Rolle.
Der Gurt
Ein gut sitzender Klettergurt fällt kaum auf – und genau so sollte es auch sein. Ihr werdet unsere Klettergurte zu schätzen wissen, wenn die Route länger dauert als erwartet oder wenn ihr eine Pause einlegen und euch eine Weile ausruhen müsst. Der Komfort des Hüftgurts, die Passform der Beinschlaufen, die schnelle Verstellbarkeit und die Bewegungsfreiheit gewinnen nach mehreren Stunden in der Route deutlich an Bedeutung.
Der Kletterhelm
Auf Klettersteigen befindet man sich oft direkt unter anderen Kletternden, weshalb ein Kopfschutz unerlässlich ist.
Doch herabfallende Steine sind nicht die einzige Gefahr. In engen oder technisch anspruchsvollen Abschnitten kommt es nicht selten vor, dass man, wenn man abrutscht oder bei einem unerwarteten Sturz gegen den Felsen selbst prallt. Bei einem guten Helmdesign geht es nicht nur um geringes Gewicht und Belüftung. Der Schutz vor seitlichen und hinteren Stößen spielt eine ebenso wichtige Rolle.
Unser Shard-Helm wurde genau mit Blick auf diese Balance entwickelt: geringes Gewicht kombiniert mit erhöhtem Schutz vor Seitenaufprallen. Mehr über die Konstruktion und den Aufprallschutz des Shard-Helms erfährst du in unserem Beitrag dazu.
Die Ocún-Klettersteig-Kollektion
Ocún bietet verschiedene Klettersteig-Sets an, je nachdem, wie oft ihr in die Berge geht und welche Anforderungen ihr an eure Ausrüstung stellt.
Die Unterschiede liegen jedoch nicht nur im Gewicht – der größte Unterschied besteht darin, wie sich die Ausrüstung an langen Tagen auf der Route anfühlt.

Captur
Captur ist ein vielseitiges Klettersteig-Set für alle, die eine unkomplizierte und zuverlässige Lösung ohne unnötige Komplexität suchen. Dank seiner robusten Konstruktion und seiner benutzerfreundlichen Handhabung eignet es sich gleichermaßen für gelegentliche Ausflüge wie auch für den regelmäßigen Einsatz während der gesamten Saison.
Captur Lite
Ein paar hundert Gramm mögen auf einer kurzen Tour keine große Rolle spielen. Nach mehreren Stunden Klettern, Zustieg und Rückweg macht sich eine leichtere Ausrüstung jedoch deutlich bemerkbar. Deshalb wurde Captur Lite mit dem Ziel der Gewichtsreduzierung entwickelt, ohne dabei Abstriche bei der Langlebigkeit oder der Handhabung zu machen.


Captur Lite Swivel
Der Captur Lite Swivel verfügt über ein integriertes Drehgelenk, das verhindert, dass sich die elastischen Sicherungsarme beim Klettern verdrehen. Der Vorteil zeigt sich besonders deutlich auf längeren oder technisch anspruchsvolleren Routen, auf denen man ständig Karabiner ein- und ausklinkt.
Ohne Drehgelenk zwirbeln sich die elastischen Sicherungsarme nach und nach umeinander und können einem dann eher im Weg sein, anstatt die effiziente Bewegung zu unterstützen.
Was alle Ocún-Klettersteigsets gemeinsam haben
Eine unserer wichtigsten Entwicklungsprioritäten war eine schnelle und intuitive Handhabung. Die Karabiner sind so konzipiert, dass sie sich reibungslos mit einer Hand ein- und aushängen lassen – ohne komplizierte Mechanismen oder übermäßigen Kraftaufwand. Das werdet ihr an ausgesetzten Stellen oder während langer Tage auf der Route zu schätzen wissen.
Ein weiterer wichtiger Faktor ist das Verhalten der Karabiner bei Kantenbelastung. Bei einem Sturz kann ein Klettersteigkarabiner an der Kante eines Stahlankers oder eines Seilbefestigungspunkts belastet werden, anstatt in seiner optimalen Ausrichtung zu stehen. Deshalb legen wir bei der Entwicklung unserer Klettersteigausrüstung besonderes Augenmerk auf diese Art der Belastung.
Bei der Entwicklung unserer Klettersteigkollektion konzentrieren wir uns auf die Dinge, die ihr auf der Route wirklich bemerken werdet: Komfort, Benutzerfreundlichkeit und langfristige Zuverlässigkeit.
Was solltet ihr sonst noch mitnehmen?
Die Klettersteigausrüstung steht meist im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Doch auf längeren Routen wird schnell deutlich, wie entscheidend die übrige Ausrüstung sein kann – von Schuhen und Handschuhen bis hin zu kleinen Details, die den Komfort über den Tag hinweg verbessern.

Schuhe
Die Wahl der richtigen Schuhe hängt sowohl von der Route als auch von der gesamten Tour ab. Für die meisten Klettersteige bieten Zustiegsschuhe mit einer stützenden Sohle und präziser Zehenpartie hervorragende Performance sowohl am Fels als auch auf Stahlkrampen. Wenn euer Tag einen langen Zustieg, einen ausgedehnten Abstieg oder losen Gerölluntergrund beinhaltet, sind traditionelle Wanderstiefel mit zusätzlicher Knöchelunterstützung möglicherweise die bessere Wahl.
Klettersteighandschuhe
Wer viel Zeit auf Klettersteigen verbringt, macht sich früher oder später auf die Suche nach Handschuhen. Lange Routen und heißes Wetter können den ständigen Kontakt mit Stahlseilen schmerzhaft oder einfach nur anstrengend für die Hände machen.
Die CIMA Gloves bieten genügend Fingerfertigkeit für den Umgang mit Karabinern und schützen gleichzeitig die Handflächen bei längerem Kontakt mit dem Seil.
Brustgurt und Verbindungsschlinge
Für Kinder, Anfänger*innen oder Kletternde mit einem höheren Schwerpunkt wird oft empfohlen, den Sitzgurt durch einen Brustgurt zu ergänzen. Diese Kombination hilft, den Körper in einer stabileren Position zu halten, und verringert die Wahrscheinlichkeit, dass man sich bei einem Sturz kopfüber dreht.Um den Sitzgurt und den Brustgurt miteinander zu verbinden, verwendet am besten eine Einbindeschlinge – eine hochfeste Schlinge, die eine einfache, saubere und sichere Verbindung zwischen beiden Komponenten herstellt.
Mythos
Man sollte sich niemals in seinem Klettersteigset ausruhen
Ein weit verbreiteter Mythos unter Klettersteigern ist, dass das Belasten des Klettersteigsets während einer Pause den Fallstoßldämpfer beschädigen oder dessen Auslösung verursachen kann. Tatsächlich sind Fallstoßdämpfer so konstruiert, dass sie normale Belastungen beim Ausruhen problemlos aushalten. Sie werden erst bei deutlich höheren Kräften aktiviert, wie sie bei einem tatsächlichen Sturz entstehen.
Wenn ihr in der Route eine kurze Pause braucht, gibt es keinen Grund zur Sorge, sich in eurem Klettersteigset auszuruhen.
Die Klettersteigsets von Ocún verfügen zudem über eine zusätzliche Befestigungsschlaufe unterhalb der elastischen Sicherungsarme, mit der ihr während einer Pause oder beim Umgang mit der Ausrüstung auf der Route eine kürzere Verbindung herstellen könnt.
Ein spezielles Pausenlanyard kann bei längeren Routen eine nützliche Ergänzung sein, sollte jedoch niemals als Ersatz für ein zertifiziertes Klettersteigset mit Fallstoßdämpfer angesehen werden.
Welches Klettersteigset solltet ihr wählen?
Wenn ihr noch keine Erfahrung mit Klettersteigen habt, ist ein komplettes Klettersteigset oft die praktischste Wahl. Ihr müsst euch keine Gedanken über die Komplexität machen, und alles ist direkt nach dem Auspacken bereit für euer erstes Abenteuer.
Hier sind zwei Sets aus unserem Sortiment.

Das Via-Ferrata-Twist-Shard-Set
Dieses Set kombiniert den Twist-Klettergurt, das Captur-Klettersteigset und den Shard-Helm und eignet sich ideal für den allgemeinen Einsatz am Klettersteig – von kürzeren Touren bis hin zu ganztägigen Bergabenteuern. Die Ausrüstung ist bequem, einfach zu bedienen und so konzipiert, dass sie dem regelmäßigen Einsatz während der gesamten Saison standhält.
Der Twist Tech Eco + Captur Lite Swivell
Wenn ihr viel Zeit auf Klettersteigen verbringt oder genau auf jedes Gramm in eurem Rucksack achtet, ist diese leichtere Kombination eine Überlegung wert.
Das geringere Gewicht macht sich besonders bei langen Zustiegen bemerkbar, während das integrierte Drehgelenk dafür sorgt, dass sich die elastischen Sicherungsarme auch bei häufigem Einhängen nicht verzwirbeln.

Ein weiterer Vorteil von Komplettpaketen ist, dass alle Komponenten sowohl technisch als auch in Bezug auf den Gesamtkomfort gut aufeinander abgestimmt sind.
Die gesamte Ocún-Klettersteigkollektion könnt ihr hier entdeckenTipps für Neulinge
Bei eurem ersten Klettersteig machen Komfort und Vertrauen in eure Ausrüstung den größten Unterschied. Wenn euer Klettergurt drückt, sich die Karabiner umständlich bedienen lassen oder euer Helm nicht richtig sitzt, werdet ihr das in der Route viel früher bemerken, als ihr es jemals beim Anprobieren zu Hause tun würdet.
Bevor ihr euch in exponiertes Gelände begebt, nehmt euch etwas Zeit, um am Boden zu üben. Hängt die Karabiner ein und aus. Passt den Klettergurt an. Macht euch mit dem gesamten System vertraut. Wenn ihr schließlich einen exponierteren Abschnitt erreicht, werdet ihr froh sein, dass diese Bewegungen euch wie von selbst von der Hand gehen.
Wenn ihr noch keine Erfahrung mit Klettersteigen habt, beginnt mit leichteren Routen der Schwierigkeitsgrade A bis B, die auf der europäischen Klettersteig-Schwierigkeitsskala allgemein als anfängerfreundlich gelten, und baut nach und nach Selbstvertrauen sowohl im Umgang mit der Ausrüstung als auch im Umgang mit der Höhe auf.

Abschließende Gedanken
Ganz gleich, ob ihr euch auf euren allerersten Klettersteig begebt oder bereits Dutzende ausgesetzte Routen bewältigt habt – das Ziel ist meistens dasselbe: den Tag genießen und mit einem Lächeln wieder unten ankommen.
Die richtige Ausrüstung macht oft den größten Unterschied. Deshalb stehen Komfort, Benutzerfreundlichkeit und Zuverlässigkeit weiterhin im Mittelpunkt jeder Klettersteigausrüstung, die wir bei Ocún entwickeln. .